Höchstspannungsleitung Chamoson – Chippis: Bundesgericht weist Beschwerden ab – Bau der neuen Leitung wird eingeleitet

13.09.17

Mit Urteil vom 1. September 2017 hat das Bundesgericht die Beschwerden gegen den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 14. Dezember 2016 abgewiesen und damit letztinstanzlich den Plangenehmigungsentscheid des Bundesamts für Energie vom 19. Januar 2015 bestätigt. Swissgrid kann die Bauarbeiten für die Freileitung zwischen Chamoson und Chippis im Kanton Wallis einleiten.

Das Bundesamt für Energie hat die Baupläne für die 380-kV-Freileitung Chamoson – Chippis bereits 2010 genehmigt. Dagegen wurden beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerden eingereicht. Das Bundesverwaltungsgericht hat im August 2012 das Freileitungsprojekt bestätigt, allerdings eine ergänzende Studie zur Verringerung der Geräuschentwicklung und zu Energieverlusten gefordert. Dieser Entscheid wurde vom Bundesgericht im Mai 2013 bestätigt.

Auf Basis der ergänzenden Untersuchungen hat das Bundesamt für Energie am 19. Januar 2015 die Baupläne für die neue 380-kV-Leitung Chamoson – Chippis genehmigt. Die genehmigte Variante sieht vor, die Leiterseile als Dreierbündel je Phase auszugestalten, was eine wesentliche Verringerung der Lärmbelastung und der Übertragungsverluste zur Folge hat. Am 14. Dezember 2016 wies das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerden gegen den Entscheid des Bundesamts für Energie ab. Dieses Urteil wurde nun vom Bundesgericht in letzter Instanz bestätigt.

Ende des Verfahrens und Beginn der Arbeiten
Das Urteil des Bundesgerichts vom 1. September 2017 beendet das Plangenehmigungsverfahren offiziell. Swissgrid wird nun die Arbeiten zum Bau der 380-kV-Freileitung Chamoson – Chippis an die Hand nehmen. Zuerst erfolgen geotechnische Studien, das Abstecken und die Waldarbeiten an den vor¬gesehenen Maststandorten. Parallel dazu sollen die Fundamentarbeiten und die Herstellung der Masten und Anlagen ausgeschrieben und beauftragt werden. Die eigentlichen Bauarbeiten werden 2018 beginnen. Swissgrid wird die Bevölkerung und die direkt Betroffenen regelmässig über den Stand der verschiedenen Bauphasen informieren.

Nationale Bedeutung
Die rund 30 Kilometer lange Freileitung wird auf einem neuen Trassee gebaut, das weiter entfernt von Siedlungsgebieten liegt. Die Leitungen von Swissgrid, SBB und Valgrid werden auf den gleichen Masten gebündelt. Dadurch können rund 90 Kilometer Leitungen sowie 322 Masten zurückgebaut werden.

Die 380-kV-Freileitung Chamoson – Chippis ist ein wesentliches Element des «Strategischen Netzes 2025» von Swissgrid. Die Modernisierung des Übertragungsnetzes ist ein Schlüsselfaktor für eine nachhaltige Energiezukunft. Im Wallis sind weitere Projekte zur Verstärkung und Erweiterung des Höchstspannungsnetzes geplant, namentlich die Spannungserhöhung der Freileitung Bickigen – Chippis von 220 kV auf 380 kV sowie die Leitungen Chippis – Mörel und Mörel – Ulrichen (Gommerleitung).

Die Realisierung dieser Projekte ist erforderlich, um die in den Walliser Kraftwerken produzierte Energie – insbesondere diejenige im neuen Pumpspeicherwerk Nant de Drance – in die Verbraucherzentren im Mittelland zu übertragen. Damit wird einer der grössten Engpässe im Schweizer Übertragungsnetz beseitigt.

Anschluss Unterwerk Chandoline

Swissgrid hat in Chandoline ein neues 220-kV-Unterwerk errichtet, um die beiden 220/125-kV-Transformatoren der Grand Dixence SA ans Netz anzuschliessen. Die Anlage wurde im Juni 2017 mit der bestehenden 220-kV-Freileitung zwischen Chamoson und Chippis verbunden. Zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt der Anschluss des Unterwerks an die geplante 380/220-kV-Freileitung zwischen Chamoson und Chippis, sobald diese in Betrieb ist.  (swissgrid)

 

 

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